Höhepunkte des Kalten Krieges
 

1. Die sowjetische Intervention in Afghanistan


1.1. Ursachen der Intervention/Motive

Die UdSSR wollte versuchen, durch einen Machtwechsel in Kabul folgende Dinge zu erreichen: Nach dem Hilferuf der Regierung in Kabul, der später als Begründung für die Inter-vention genutzt wurde, marschieren im Dezember 1979 sowjetische Truppen in Afghanistan ein.

1.2. Verlauf der Intervention

Während die USA und die Weltöffentlichkeit voll auf die Botschaftsbesetzung in Teheran konzentriert ist, gelang der UdSSR "coup d'ètat" in Afghanistan. Man sah vor, den kommunistischen Machthaber Armin, den man erst am 27. April 1978 mit Hilfe der UdSSR in Kabul etabliert hatte, zu liquidieren und durch den absolut moskautreuen Exilafghanen Babrak Kamal zu ersetzen. Unterstützen sollte diese Aktion die sowjetischen Truppen. Breshnew sah die Angelegenheit als innerkommunistisch an und rechnete weder mit dem massiven Widerstand der Afghanen, noch mit dem der USA und anderer Staaten. Sofort nach dem Einmarsch der Sowjets verkünden die islamistischen Rebellen in Afghanistan (Mudjahedin) den heiligen Krieg, wobei sie von vielen anderen Staaten unterstützt werden. Am meisten wohl von den der Arabischen Liga und anderen is-lamisch-fundamentalistischen Nachbarländern. Die Mudjahedin verschanzten sich in den Bergen und störten mit ihrer Guerillataktik zusehends die sowjetischen Operationen. Da es der UdSSR nicht gelingt den Widerstand zu brechen und die Rebellengruppen zu zerschlagen, verliert man, als die Mudjahedin in den Besitz von Stinger-Raketen kommen, schließlich auch die Luftüberlegenheit über Afghanistan. Bis zu ihrem Abzug 1989 wird es der UdSSR nicht gelingen, die Oberhand in dem asiatischen Land zu gewinnen.

1.3. Reaktionen auf die sowjetische Intervention

1.4. Eingriff der Nachbarländer und der westlichen Industrienationen

Jeder Staat unterstützte die von ihm favorisierte Mudjahedin-Gruppe. Die jeweiligen Geheimdienste lieferten entweder direkt nach Afghanistan, oder an den ISI, welcher dann verteilte. Bei den Transaktionen über die "Afghanische Pipeline" wechselten tausende Tonnen Waffen und Munition sowie Millionen Dollar den Besitzer. Die Mengen an Waffen waren hierbei besonderes extrem. Bis 1993 standen dem ISI rund 3 Millionen Kalashnikovs zur Verfügung. Trotz ihrer Kenntnis von den menschenrechtsverachtenden Waffensystemen, die sie verkauften, liefern bis heute noch fast alle ehemals beteiligten Staaten (auch USA, GUS) weiter Anti-Personen-Minen, Splittersprengköpfe und andere konventionelle Waffen nach Afghanistan.

1.5. Das Ende der Intervention im Zeichen von Glasnost und Perestroika

Unter Gorbatschows Führung und im Zeichen von Glasnost und Perestroika, gesteht die UdSSR ihr sowjetisches Vietnam ein. Mit dem Rückzug von ihrer Weltmachtsstellung zieht man sich schließlich auch aus Afghanistan. Der Teilabzug wird schnell zum vollständigen Abzug sämtlicher sowjetischer Truppen aus Afghanistan ausgeweitet. 1989, fast auf den Tag genau 10 Jahre nach ihrem Einmarsch, ist die trauma-tische Intervention beendet. Sie kostete 14000 sowjetischen Soldaten das Leben.

1.6. Ausblick und Afghanistan heute

Nach dem Abzug der Sowjets verliert Afghanistan die bisherige zentralistische Kontrolle. Das Machtvakuum belebt die alten regionalen und religiösen Konflikte der Mudjahedin aus den pre-sowjetischen Zeit zu neuem Leben. Der bis heute andauernden Bürgerkrieg zwischen Rabbani, dem afghanischen Präsidenten, seinem Ministerpräsidenten und den Taliban sowie diversen anderen Mudjahedin-Gruppen, forderte Hunderttausende Tote, besonders in der Zivilbevölkerung. Afghanistan ist weiterhin Schauplatz der Zwistigkeiten von USA, GUS, Iran, Pakistan und anderen Staaten. Terrorismus, Verbrechen, Folter, Rechtlosigkeit, Hinrichtungen, Hunger und Tod sind nach wie vor bei der Zivilbevölkerung an der Tagesordnung, denn für die imperialistischen Spielereien und den Block-Konflikt hat nur und ausschließlich sie zu leiden und zahlen gehabt.